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1234.10 Die ersten Schritte zum Eigenheim

 

Die Loftwohnung von Ronald und Sonja T. war lange genau richtig: hell, zentral und nahe bei ihren Arbeitsplätzen. Doch seit der kleine Joris auf der Welt ist, sind die Bedürfnisse anders geworden. Und weil nun ein zweites Kind unterwegs ist, suchen die T.s intensiv nach einer Familienwohnung. Sie träumen von den eigenen vier Wänden. Doch was soll das neue Zuhause alles bieten?

 

Sind auch Sie auf der Suche nach einem Eigenheim? Dann lohnt es sich, vorab eine Auslegeordnung zu machen: Welche Art Eigenheim soll es sein? Wo soll es stehen? Was sind Ihre Bedürfnisse heute und in Zukunft?

 

​​​​​​​Miete oder Eigentum?

 

Kaufen ist günstiger als mieten – mit diesem Slogan locken Banken und Immobilienmakler künftige Eigenheimbesitzer. Doch die finanzielle Seite ist nur ein Aspekt bei der Abwägung, ob Sie tatsächlich vom Mieter zum Eigentümer werden wollen. Hier die wichtigsten Kriterien, die Sie bei Ihren persönlichen Überlegungen berücksichtigen sollten:​​​​​​​

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1234.20 Tabelle Kauf oder Miete

Kauf Miete
+ Stabilität + Mobilität
- Örtliche Gebundenheit - Kündigungsrisiko
+ Gestaltungsfreiheiten im Eigenheim - kaum Veränderungen möglich
+ tiefere laufende Kosten als bei Miete + keine finanzielle Bindung
- finanzielle Bindung - Mietzinsschwankungen
+ in der Regel Steuervorteile - in der Regel kein Steuerabzug

 

Übersicht: Vor- und Nachteile von Kauf und Miete​​​​​​​

Tipp: Machen Sie sich vor dem Kauf von Wohneigentum Gedanken über Ihre persönliche Situation und Ihre Pläne für die nächsten zwei bis fünf Jahre. Spielen Sie mehrere Szenarien durch. Welche Auswirkungen haben diese auf einen Kaufentscheid?

1111.10 Produktgegenüberstellung Schritt 1

Frei stehendes Einfamilienhaus

Der Inbegriff des Eigenheims. Für ein zweistöckiges Einfamilienhaus üblicher Grösse mit Garage und Garten sind 400 bis 500 m2 Land nötig. Daher lässt sich der Traum meist nur abseits der Zentren realisieren, wo die Landpreise tiefer sind.

+ viel Privatsphäre, wenig Reibungsfläche mit Nachbarn

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Doppleinfamilienhaus

Bei zwei aneinandergebauten Häusern orientiert sich jede Haushälfte zwar nur nach drei Seiten, dafür sinken Landbedarf und Baukosten. Zudem kann man teure Installationen, etwa die Heizung, gemeinsam erstellen

+ geringerer Landbedarf

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Reihenhaus

Reihenhäuser sind um einiges billiger als frei stehende. Dafür wohnt man auf beiden Seiten Wand an Wand mit Nachbarn, der Grundriss ist schmal, die Räume sind auf bis zu drei Stockwerken übereinandergestapelt.

+ günstiger Preis

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Terrassenhaus

Die Wohnungen sind entlang der Hangschräge versetzt übereinandergestapelt. Gewohnt wird meist auf einem Geschoss mit Fenstern nach drei Seiten und grosser Terrasse mit Ausblick Richtung Tal.

+ unverbaubare Aussicht, grosse Terrasse

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Geschosswohnung

Die Mehrheit der Eigentumswohnungen auf dem Immobilienmarkt gehört zu dieser Kategorie. Die Räume sind alle auf einem Geschoss angeordnet. Meist gibt es pro Geschoss eine, maximal zwei Wohnungen.

+ alle Räume auf einem Geschoss

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Attikawohnung

Die Wohnungen zuoberst im Haus, meist mit grosser Terrasse und schöner Aussicht, verbinden ein Wohngefühl wie im Einfamilienhaus mit den Vorteilen der Eigentumswohnung. Das hat aber seinen Preis.

+ Privatsphäre, wenig Reibungsfläche mit Nachbarn

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Duplexwohnung/Maisonette

Die zweistöckigen Wohnungen haben den Charakter eines Einfamilienhauses. Häufig liegen Wohnzimmer, Esszimmer und Küche auf einem Stockwerk, die Schlafzimmer auf dem anderen.

+ Wohngefühl wie im Einfamilienhaus

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Loft

Beliebt und deshalb hochpreisig. Das klassische Loft besteht aus einem einzigen, hohen Raum, in dem gewohnt, gekocht, gegessen und geschlafen wird. Nur Bad und WC sind in abgetrennten Räumen.

+ viel Raum und Licht

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1234.40 Haus- und Wohnungsformen

Haus- und Wohnungsformen

Geschosswohnung, Doppelhaushälfte, Attika, Loft, Duplex, Terrassenhaus – für Laien ist es nicht ganz einfach, sich konkret vorzustellen, wie diese Objekte in der Realität aussehen und ob sie zum eigenen Lebensplan passen. Hier ein Überblick über die gängigsten Haus- und Wohnungsformen mit ihren Vor- und Nachteilen:

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1234.50 Anforderungsprofil ans neue Zuhause

Anforderungsprofil ans neue Zuhause

Raum

  • Heute 1 grosses Wohnzimmer und mindestens 3 weitere grosse Zimmer – soll später auf mindestens 5 Zimmer ausgebaut werden können.
  • 1 Zimmer muss als Büro benutzbar sein (möglichst ruhig gelegen) und soll gleichzeitig auch als Gästezimmer dienen (Platz für Pult, Regal, Bett).
  • Der Keller muss neben Stauraum auch genügend Platz für eine Werkstatt bieten.

 

Standort

  • In der Agglomeration von Zürich
  • Arbeitsweg nach Zürich mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht länger als 45 Minuten von Tür zu Tür
  • Der Ort soll Schulen bis zur Oberstufe, einen Kinderhort, einen Lebensmittelladen (zu Fuss erreichbar) und einen Volleyballklub bieten.
  • Der Garten muss nicht gross sein.
  • Die Nachbarschaft sollte die gleiche Altersstruktur haben; es sollten andere Kinder in der Nähe leben.
  • Besonnung wichtig: Ausrichtung der Wohnräume unbedingt nach Süden oder Südwesten

 

Objekt

  • Haus oder Reihenhaus
  • Baustil egal, aber möglichst ökologisch sollte es sein.
  • Unbedingt mit Terrasse
  • Der Grundriss muss eine spätere Anpassung auf 5 Zimmer zulassen.
  • Nicht mehr als ein Stockwerk
  • Innenausbau mit möglichst vielen Naturmaterialien

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1234.80 Tabelle Vor und Nachteile Kauf und Miete

Vor und Nachteile von Kauf und Miete

  Kauf Miete
Kündigung

+ Kein Kündigungsrisiko
 

Wohnortwechsel wird aufwendiger und riskanter (Verkauf oder Vermietung nötig) ​​​​​​​

 

+ Hohe Mobilität dank kurzer Kündigungsfrist
- Risiko einer Kündigung
- Abhängigkeit vom Liegenschaftsbesitzer

Platz und Veränderungsmöglichkeiten

+ Mehr Komfort und Platz
 

+ Mehr Gestaltungsfreiheiten in den eigenen 4 Wänden

 

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+ Mit Ausnahme der städtischen Zentren grosses Angebot an qualitativ guten Wohnungen in allen Preislagen
- Keine grossen Veränderungen an der Wohnung möglich

Finanzielle Planung

+ Im Vergleich zur Wohnungsmiete oft tiefere monatliche Belastung
 

Reduktion des Sparguthabens durch die Investition ins Wohneigentum

Verlust des Zinsertrags auf dem Sparguthaben

Finanzielle Bindung durch Hypothekarschuld

Möglicher Wertverlust (= Verlust von Eigenkapital), wenn sich die Lage verschlechtert
oder die Nachfrage zurückgeht

Unterhalt und Reparaturen sind selber zu
bezahlen.

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+ Keine finanzielle Bindung

+ Sparguthaben kann eventuell gewinnbringend angelegt werden

+ Unterhalt und Reparaturen abgesehen von einfachen Reinigungs- und Aus- besserungsarbeiten gehen zulasten des Liegenschaftsbesitzers.

Mietzinsschwankungen

Steuern

+ Mögliche Steuervorteile dank Abzug der Hypothekarzinsen und des Aufwands für werterhaltende Arbeiten

In fast allen Kantonen keine Steuerabzüge ​​​​​​​

 

1234.60 Ist Stockwerkeigentum das Richtige und wie sieht Ihr Traumhaus aus?

Ist Stockwerkeigentum das Richtige?

König in den eigenen vier Wänden und gleichzeitig Mitglied einer Gemeinschaft – das ist Stockwerkeigentum. An Ihrer Wohnung besitzen Sie ein Sonderrecht und können darin weitgehend schalten und walten, wie Sie wollen. Der Rest des Hauses samt Umgebung – also Treppenhaus, Tiefgarage, Garten, aber auch die Fassade oder das Dach – gehört allen Stockwerkeigentümern gemeinsam. In diesem Bereich müssen sich alle ans Reglement der Eigentümergemeinschaft halten; zudem haben die meisten Eigentümergemeinschaften eine Hausordnung, ähnlich wie in Mietshäusern.

 

Gut zu wissen Legen Sie grossen Wert auf Unabhängigkeit und Individualität? Stören Sie sich am Geigenspiel des Nachbarn und am Kinderlärm im Garten? Dann ist Stockwerkeigentum kaum das Richtige für Sie. Wenn Sie sich hingegen gern mit anderen Menschen austauschen, sich über Leben im Haus freuen und kompromissbereit sind, ist Stockwerkeigentum ein guter Weg, auch mit kleinerem Budget zum Eigenheim zu kommen.

 

Checkliste: Pro und kontra Stockwerkeigentum

Wie sieht Ihr Traumhaus aus?

Bevor Sie anfangen, wahllos irgendwelche Angebote zu besichtigen, sollten Sie sich erst einmal bewusst werden, welche Art Immobilie Ihnen entspricht. Wo soll sie stehen, wie gross muss sie sein, welche Lebenspläne möchten Sie darin verwirklichen?

Eine gute Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen zu konkretisieren, ist das «virtuelle» Wohnen: Alle Mitglieder des Haushalts sollen in Gedanken schon einmal in ihrem Traumhaus leben.

  1. Erstellen Sie ein Wohntagebuch: Wie stehen Sie am Morgen auf? Welche Rituale haben Sie? Was machen Sie unter der Woche am Abend? Wie viel Zeit verbringen Sie in welchem Raum? Wie sieht ein normales Wochenende aus? Wie ist Ihr Tagesablauf bei schönem, bei schlechtem Wetter?

  2. Überlegen Sie, was Ihnen an Ihrem heutigen Alltag gefällt und was Sie stört. Dann schreiben Sie auf, wie ein perfekter Tagesablauf für Sie aussehen würde: zum Beispiel, dass Sie vom Schlafzimmer direkt ins Badezimmer kommen möchten, nicht wie bisher über eine Treppe. Oder dass Sie im Wohnzimmer Abendsonne möchten, weil Sie vor allem abends zu Hause sind.

Mit einem solchen Wohntagebuch können Sie Ihr Anforderungsprofil ans neue Zuhause auf lockere Art formulieren und es mit denjenigen Ihrer Mitbewohner vergleichen. Falls Sie ein eigenes Haus bauen, wird Ihr Architekt anhand Ihres Wohntagebuchs von Anfang an besser auf Ihre Wünsche eingehen können.

Anforderungsprofil an Ihr neues Zuhause

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1234.70 Pro und Kontra Stockwerkeigentum

Pro und kontra Stockwerkeigentum

Die Gemeinschaft in einer Stockwerkeigentumsliegenschaft ist ein komplexes Gebilde mit Faktoren, die einen unmittelbaren Einfluss auf Ihren Alltag haben. Zwar haben Sie in Ihrer Wohnung eine ähnliche Stellung wie ein Alleineigentümer, doch sind Sie durch die Rechte der anderen Eigentümer in der freien Entfaltung Ihrer Ideen eingeschränkt.

Wenn Sie den Schritt von der Mietwohnung hin zur Eigentumswohnung machen wollen, sollten Sie die Vor- und Nachteile kennen. Ein genereller Vergleich ist allerdings schwierig, denn vieles hängt von Ihrer Situation und auch von den kantonalen Bestimmungen ab, insbesondere vom Steuerrecht. Folgende Überlegungen helfen Ihnen, Pro und Kontra abzuwägen.

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Auf der Pro-Seite stehen alle Vorteile. die Wohneigentum mit sich bringt, insbesondere folgende Aspekte:
Stockwerkeigentum ist eine gute Möglichkeit, auch mit kleinerem Budget ein Eigenheim zu erstehen.
Stockwerkeigentümer sind unabhängig und können autonom über ihre Einheit verfügen.
Je nach Marktlage und Standort stellt die selbst bewohnte Eigentumswohnung eine gute Vermögensanlage und Altersvorsorge dar.
Wohneigentum bietet in der Regel steuerliche Vorteile, die allerdings je nach Kanton unterschiedlich gross sind.
In Zeiten tiefer Hypothekarzinssätze erhalten Stockwerkeigentümer für den gleichen finanziellen Aufwand meist mehr Wohnraum respektive Wohnraum von höherer Qualität.

 

Auf der Kontra-Seite dürfen Sie folgende Punkte nicht ausser Acht lassen:
Der Verwaltungs- und Administrationsaufwand ist bei Stockwerkeigentum deutlich höher als bei Miete. Sind Reparaturen oder Erneuerungen in Ihrer Wohnung fällig, müssen Sie selber Kostenvoranschläge einholen, Handwerker beauftragen, die Arbeiten überwachen und die Abrechnung überprüfen. 
Zusätzlich zur Verwaltung der eigenen Wohnung haben Stockwerkeigentümer auch gemeinschaftliche Pflichten. Sie müssen zum Beispiel die vom Verwalter erstellte Abrechnung kontrollieren.
m Rahmen der Beschlussfassung in der Stockwerkeigentümerversammlung müssen Sie sich auch mit allen Fragen auseinandersetzen, die die Gemeinschaft als Ganzes betreffen – beispielsweise mit dem defekten Dach, mit der Gartenpflege, mit Auflagen der Gemeinde oder auch mit einem mühsamen Nachbarn.
Da Sie an der Gesamtliegenschaft finanziell beteiligt sind, werden Sie sich häufiger einmischen, wenn es um Unterhalt und Ausbau des ganzen Hauses geht. Das trifft natürlich auch auf alle anderen Eigentümer zu – und kann immer wieder zu Konflikten und langen Diskussionen in der Eigentümerversammlung führen.

 

 

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